
Kockum Sonics vs.
Hörmann Warnsysteme
Hersteller, Systeme und Leistungen im Vergleich
Elektronische Sirenen sind ein essenzieller Bestandteil umfassender Warn- und Alarmierungssysteme. Bei der Planung von elektronischen Sirenen sind neben der akustischen Leistung auch Steuerung, Sprachalarmierung, Fernüberwachung, Systemintegration und ein nachhaltiges Lifecycle Management wichtige Kriterien. Mit Hörmann Warnsysteme und Kockum Sonics stehen zwei etablierte Hersteller für professionelle Warnsysteme gegenüber. Beide bieten Lösungen für Bevölkerungsschutz, Industrie und kritische Infrastruktur, unterscheiden sich jedoch in Teilen ihres Produktportfolios und ihrer Systemlösungen. Im folgenden Artikel ein Vergleich der beiden Anbieter.
Hörmann Warnsysteme und Kockum Sonics im Überblick
Hörmann Warnsysteme
gehört zur deutschen HÖRMANN-Gruppe. Die Unternehmensgruppe ist in verschiedenen Industriebereichen tätig – unter anderem in der Automobilindustrie, der Kommunikations- und Sicherheitstechnik, der Intralogistik sowie im Engineering und Anlagenbau. Hörmann Warnsysteme ist innerhalb der Gruppe auf Warn- und Alarmierungssysteme spezialisiert. Die Erfahrung mit Sirenentechnik reicht bis ins Jahr 1965 zurück, als HÖRMANN in das Sirenengeschäft einstieg. 1971 entwickelte das Unternehmen eine netzunabhängige Pressluftsirene. Heute umfasst das Portfolio elektronische Sirenen, mobile Warnsysteme sowie Steuerungs- und Kommunikationstechnik. Hörmann Sirenen werden unter anderem im Bevölkerungsschutz, bei Feuerwehren und in industriellen Anwendungen eingesetzt.
Kockum Sonics
gehört zur schwedischen Kockumation-Gruppe, die Lösungen für Schifffahrt, Industrie, Schienenfahrzeuge sowie Warn- und Alarmierungssysteme entwickelt. Die Wurzeln von Kockum Sonics reichen bis zur Kockums-Werft in Malmö zurück; die Marke TYFON® für akustische Signalgeräte entstand bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. In der Schweiz ist Kockum Sonics seit 1961 tätig. Die Geschäftstätigkeit begann damals unter Ericsson mit der Einführung der pneumatischen TYFON®-Sirenen. Seitdem entwickelte sich das Schweizer Geschäft von Wasser-, Feuerwehr- und Zivilschutzsirenen hin zu umfassenden Warn- und Alarmierungssystemen. Heute ist die Kockum Sonics AG in Wallisellen Teil der internationalen Kockumation-Gruppe. Das Portfolio umfasst elektronische und pneumatische Sirenen sowie Steuerungs-, Kommunikations- und Monitoringlösungen für Bevölkerungsschutz, Industrie und kritische Infrastruktur.
Elektronische Sirenen im Vergleich: Hörmann vs. Kockum Sonics
Elektronische Sirenen von Hörmann und Kockum Sonics bieten vergleichbare Grundfunktionen, unterscheiden sich jedoch in Bauweise, Leistungsklassen und Dimensionierung der Schallgeber. Die technischen Unterschiede im Detail sind in der unten-stehendenTabelle aufgeführt.
Hörmann setzt auf modular aufgebaute Sirenenköpfe aus mehreren Einzelhörnern. Die ECI- und ECN-Baureihen erreichen maximale Schalldruckpegel von bis zu 123 dB(A) in 30 m bei einer Aufnahmeleistung von bis zu 3.000 W. Der höhere maximale Schalldruck kann größere Beschallungsbereiche mit weniger Sirenen ermöglichen, führt jedoch auch zu höheren Schallpegeln im unmittelbaren Umfeld.
Kockum Sonics verwendet mit der TYFONIC®-Delta-Serie kompaktere und leichtere Schallgeber. Diese erreichen bis zu 118 dB(A) in 30 m bei einer Aufnahmeleistung von bis zu 1.000 W. Der hohe akustische Wirkungsgrad ermöglicht hohe Schalldruckpegel bei vergleichsweise geringer Leistungsaufnahme, was insbesondere bei Solarlösungen eine kompaktere Dimensionierung der Energieversorgung ermöglichen kann.
Welche Sirene passt zu Ihrem Einsatzgebiet?
Wir unterstützen Sie bei der Auswahl und Auslegung der passenden Sirenenlösung für Ihre Anforderungen.
Hörmann Warnsysteme oder Kockum Sonics – welcher Hersteller passt zu Ihrem Projekt?
Bei der Auswahl eines Warnsystems spielen technische Anforderungen und Investitionskosten eine zentrale Rolle. Darüber hinaus unterscheiden sich die Hersteller darin, wie Projekte umgesetzt, individuelle Anforderungen berücksichtigt und Systeme über ihre gesamte Nutzungsdauer betreut werden.
Hörmann Warnsysteme verfügt über ein breites, modular aufgebautes Produktportfolio und kann insbesondere bei grösseren und standardisierten Sirenenprojekten mit unterschiedlichen Leistungsklassen skalieren. Als grosser Hersteller mit Direktvertrieb kann Hörmann bei Ausschreibungen und klar definierten Standardanforderungen auch beim initialen Projektpreis eine interessante Option darstellen.
Kockum Sonics verfolgt einen stärker projektbezogenen Ansatz. Neben standardisierten Komponenten werden Warn- und Alarmierungssysteme an die vorhandene Infrastruktur und die jeweiligen betrieblichen Anforderungen angepasst. Diese Erfahrung kommt insbesondere aus zahlreichen Industrieprojekten in der Schweiz. Hinzu kommen kurze Lieferzeiten und die Betreuung über die Inbetriebnahme hinaus: in der Schweiz direkt durch Kockum Sonics, in Deutschland über kompetente Partner mit kurzen Wegen zu Ansprechpartnern – auch bei Wartungen, Erweiterungen oder Störungen.
Welcher Ansatz sinnvoller ist, hängt daher nicht allein vom Anschaffungspreis ab. Gerade bei langfristig betriebenen Warnsystemen sollten auch Wartung, Ersatzteile, Reaktionszeiten, Ausfallzeiten und spätere Anpassungen in die Bewertung einfliessen. Ein Vergleich der Kosten über den gesamten Lebenszyklus kann deshalb ein anderes Bild ergeben als der reine Projektpreis bei der Anschaffung.
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